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Bankenkrach - was tun?
Dienstag, den 18. November 2008, Ökostation Freiburg.
Vortrag von Dr. Eduard Belotti, Fachmann für ethische Kapitalanlagen aus Augsburg, zum Thema „Bankenkrach –was tun?“
„Investieren Sie nur in das, was Sie verstehen und investieren Sie nur eigenes Geld“.
In diesem Kernsatz lassen sich die Empfehlungen von Dr. Eduard Belotti zusammenfassen.
Der Augsburger Finanzberater (www.zukunftsinvestitionen.com) referierte auf Einladung von „waswirtun.de“ in der Ökostation Freiburg.
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Nach der Begrüßung durch Clemens Andris von „waswirtun.de“ ging es zur Sache: Eine scheinbare „wundersame Geldvermehrung“ in den USA machte der Referent als eine Ursache der Krise aus. Hier erlaubten unrealistisch hohe Hauspreise und sinkende Zinsen auch Menschen mit kargem Einkommen, sich hoch zu verschulden. Als Sicherheiten gaben sie ihre nicht abbezahlten Häuser an. Oft wurden die Kreditnehmer zu diesem Schritt von Banken ermutigt oder gar gedrängt, Angaben zum Einkommen wurden nicht geprüft oder gar nicht erfragt.
Versteckte Risiken
Die Risiken aus diesen „faulen“ Krediten behielten die Banken nicht in ihren Büchern. Sie bündelten viele solcher Kredite in handelbaren Wertpapieren und verkauften sie -auch nach Europa. Mit diesem Verbriefung genannten Vorfahren konnten Banken, die in fahrlässiger Weise Kredite vergeben hatten, die Verantwortung dafür weiterreichen. „So kam es zu einer Diffusion der Verantwortung“, sagte Belotti. Kaum nachvollziehbar sei, wie diese wertlosen Forderungen mit zu Bonitäts-Ratings von AAA, der höchstmöglichen Bewertung kommen konnten.
Eine andere - auch in Deutschland genutzte - Möglichkeit, wertlose Forderungen zu verstecken, seien so genannte Zweckgesellschaften, die nicht in den Bilanzen erschienen. Die staatliche Kontrolle habe hier versagt – diese Praktiken seien legal. Rühmliche Ausnahme sei hier Spanien – das denn auch von einer Bankenkrise verschont geblieben sei. Nach und nach tauchten diese Papiere überall auf und brächten ihre Erwerber in manchmal existenzbedrohende Schwierigkeiten.
„Die Möglichkeit, Kredite einfach weiterzureichen, muss weltweit unterbunden werden“, forderte Belotti.
Anlage: Verständlich und nicht auf Pump
Den Geldanlegern gab er den Rat, Anlagen, die nicht transparent sind, zu meiden und sich nicht für eine Geldanlage zu verschulden. Er erläuterte die Risken verschiedener Arten von Geldanlagen. Transparenz sei nicht nur für die korrekte Beurteilung der Risiken unerlässlich, sondern auch für die Auswahl der Anlagen nach ethischen Gesichtspunkten.
Die höchste Transparenz wiesen direkte Beteiligungen, z.B. geschlossene Erneuerbare-Energien-Fonds, auf. Belotti hob hervor, dass auch in diesen Anlagen meist Kredite stecken. Diese sollten in einer vernünftigen Relation zum Eigenkapital und den Einnahmen stehen - sonst drohe auch hier die Pleite.
Grundsätzlich könne der normale Mensch aber nachvollziehen, was in geschlossenen Fonds passiert. Die Risiken könnten realistisch bewertet werden Auch hier gelte es, die Spreu vom Weizen zu scheiden. Der Rat kompetenter Berater, die unabhängig von den Anbietern dieser Anlagen sind, helfe, die jeweiligen „Knackpunkte“ zu entdecken.