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    Sicherheitsbedrohung Klimawandel

    Am 6. und 7. November 2008 fand in Freiburg im Breisgau die internationale Konferenz des Auswärtigen Amtes „Sicherheitsbedrohung Klimawandel: Handlungsoptionen für Politik, Wissenschaft und Wirtschaft“ statt.

    Einen ausführlichen Bericht zur Freiburger Konferenz "Sicherheitsrisiko Klimawandel" stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.
    Die Gesamt-Dokumentation (Reden und Präsentationen, einen detaillierten Konferenzbericht, die Fotogalerie und aktuellen Pressespiegel) können Sie bei www.freiburg-konferenz.de abrufen.


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    Sicherheitsrisiko Klimawandel
    Bericht von der Freiburger Konferenz „Sicherheitsbedrohung Klimawandel“, 06.11.2008

    Ein positives Signal: Über 1300 TeilnehmerInnen!

    Der Vormittag
    Die Konferenz wurde eröffnet von Staatsminister Erler, der v.a. seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass die Konferenz Antworten geben könne, die in konkrete Handlungen münden.
    Außerdem wird die Veranstaltung klimaneutral stattfinden.

    Oberbürgermeister Salomon verwies auf das WBGU - Gutachten (siehe Startseite / Logbuch von heute) hin, des weiteren auf den Leitsatz „global denken, lokal handeln“, der besonders die Kommunen betreffe, und insgesamt auf eine „Bombe der Erkenntnis“, die von der Fülle aller Informationen ausgehe.

    Außenminister Steinmeier lobte Freiburg als Synonym für den ökologischen Fortschritt. Aus dem Ausgang der US-Präsidentenwahl bezieht er - neben den vielen Anforderungen – v.a. Zuversicht: Ein Wandel und Neubeginn sei eingeläutet, der auch in ein ökologisches movement münden könne, oder einen Green New Deal (so Zitat des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon). Er bekräftigte, dass es einen Preis für Emissionen geben müsse.
    Er stehe für eine vorausschauende, antizipierende Außenpolitik, denn „Ressourcenpolitik muss immer auch Friedenspolitik sein“.

    Dr. Pachauri, der Vorsitzende des Weltklimarates, bezeichnete die Erwärmung des Klimasystems Erde als unumstritten, mit Auswirkungen auf allen Ebenen und in vielen Bereichen.
    Die Trends und Gefährdungen sind vielfältig: Temperaturen, Gletscher, Wassermangel, Meeresspiegel ... . Daraus resultieren konkrete Auswirkungen für Küsten, Gesundheit, Nahrung, Artensterben.
    Armut sei eine große zusätzliche Bedrohung für die Betroffenen.
    Er setzt auf einen Mix von Vorbereitung, Vermeidung und Anpassung, der von einem neu zu entstehenden Mainstream für Entwicklungshilfe und Klimaschutzmaßnahmen getragen werden soll.
    We need to change thinking of people“! Das wird lebendig überwiegend durch Aufklärung und Information sowie durch konkreten Hilfen wie Energieversorgung für die Ärmsten (Beispiel „Licht ins Dunkel bringen“ durch Solarlaternen. Das Teri-Projekt in Indien).



    Der Nachmittag
    Panel 1: Sicherheitsrisiko Klimawandel, moderiert von Petra Pinzler (die Zeit).
    „was ist das Problem“

    Kernaussagen:
    Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, Mitglied WBGU.
    Ja, das Sicherheitsrisiko ist gegeben.
    1. Die Umwelt findet ihr Gleichgewicht, ... der Mensch wird sich anpassen müssen, evtl. können.
    2. Umweltkonflikte werden sich ausbreiten, in Anzahl und Fläche. Zudem werden Ökosysteme ab gewissen Kipppunkten zusammenbrechen. Beispiele Regenwald am Amazonas, Monsunsystem.
    3. Krisenherde und Konfliktpotentiale sind Wasser (auch Zugang dazu), Landwirtschaft und Nahrungsmittel, ansteigende Meeresspiegel, Zunahme Stürme / Hurrikans, Flucht, ...
    4. Auswirkungen im Auge behalten: Schwache Staaten werden noch schwächer / Stern-Report zu wirtschaftlichen Effekten / Migration / ein Szenario nach den Wende- bzw. Kipppunkten sei nicht zu managen / Konflikt zwischen Verursachern und Betroffenen

    Carol Dumaine, Abteilungsleiterin im US-Energieministerium.
    Begrüßt als Expertin für transnationale Sicherheitsfragen die Steinmeier-Äußerung, dass Ressourcen-Politik gleichzeitig Friedenspolitik ist. Geheimnisse bringen nicht weiter, da Umweltthemen internationale Sicherheitsthemen darstellen.
    Es brauche Experten als auch „allgemeingebildete“ Menschen, die vernetzen und verbinden können.
    Warnung vor Domino-Effekten, bewertet Risiko global.
    Neu beim Sicherheitsthema Klima sei: Es fehle der direkte Gegner.
    Herausforderung sei Abhängigkeiten und Effekte zu klären, Verbindungen schaffen und Entscheidungen vorzubereiten. Letztendlich „das Ökosystem von unten angehen“ und sich vorbereiten, evtl. auf worst case.

    Peter Höppe, Leiter GeoRisikoForschung der Münchner Rück.
    Die Münchner Rück betreibt seit 1973 aktive Forschung (Versicherungsbranche ist betroffen).
    Stellt Verteilung der Naturkatastrophen – als Schadensfälle – vor, in 2007 Anzahl 960.
    Klare Zunahme in Zusammenhang mit globaler Erwärmung. Besondere Bedrohung für Entwicklungsländer, deshalb Einrichtung der MCII.
    Katrina habe aufgerüttelt.
    Eine Versicherungsprämie müsse immer das Risiko widerspiegeln.
    Spricht sich für eine Umleitung der Emissionszahlungen an die Entwicklungsländer aus.

    Cleo Pascal, The Royal Institue of International Affairs, GB.
    Freiburg sei ein „Leuchtturm der Lösungen“.
    Beschäftigt sich mit den Auswirkungen, wenn sich Küsten durch höheren Meeresspiegel verschieben, und damit auch die Territorialgebiete (200 Meilenzone). Beispiele Bangladesch, Florida / Kuba, oder wenn Länder quasi untergehen bzw. gegangen sind.
    Das Interesse an Karten, die auch strategische Interessen abbilden, nimmt zu.
    Auch Thema. Pipelines auf Permafrost-Böden, Infrastruktur für Energie etc..

    Diskussion und Fragen:
    Demokratie ist für Krisenbewältigung verantwortlich, der Zeitfaktor ist unbedingt zu berücksichtigen.
    Aufklärung und Meinungsbildung sind wichtig.
    Offen: Wer ist verletzlich und besonders betroffen, von welcher Sicherheit sprechen wir?
    Ausblick: Es gibt Chancen durch Umstellung (z.B. erneuerbare Energien) und eine Verhandlungsherausforderung.


    Panel 2: Klimawandel als die Herausforderung für die internationale Politik.
    „was ist zu tun“

    Kernaussagen:
    Collin Challen, Mitglied des Unterhauses etc., GB.
    Wir alle seinen einzeln wie kollektiv verantwortlich! Er schätzt, dass wir über den „Scheidepunkt“ hinaus seien – es gehe nur noch um gefährlich oder katastrophal.
    Im Gegensatz zum Kalten Krieg sei der Klimawandel ein asymmetrisches, nicht lineares Problem.
    Es brauche eine ehrliche Politik, die „über den Geldbeutel hinausgehe“: mit Transparenz, Verantwortung und Rechenschaft.
    Eine große Gefahr gehe von Intrigen (Stichwort Klimaschwindel) aus.

    Jennifer Morgan, Direktorin Klimawandelprogramm 3rd Generation, Berlin.
    Wir brauchen eine neue Politik, die Lösungen nicht in der Vergangenheit suche.
    Die Dauer liegt in den unterschiedlichen Interessen begründet.
    Neben einer Lebensstil-Änderung und der Berücksichtigung von geopolitischen Zusammenhängen: Entweder Verschärfung oder stärkere internationale Zusammenarbeit.
    Durchbruchsmöglichkeiten (im Gegensatz zu multilateralem Zusammenbruch)
    1. Erwärmung bleibt unter 2 Grad.
    2. EU übernimmt federführend Rolle, auch in den Beziehungen zu China und Russland.
    3. Verantwortung Deutschlands für Klima- und Energiepaket, Kontakt zu Russland, Technologien.
    4. Hoffnung auf den Wandel in USA.

    Hansjörg Strohmeyer, Leiter Politikabteilung und Studien, UN-OCHA.
    1. Der Klimawandel findet schon statt, ist hier.
    2. Es geht nicht nur um eine Umweltdebatte, es ist politisches Thema geworden, z.B. im Sicherheitsrat.
    3. Wir können uns Pessimismus nicht leisten, brauchen globale Lösungen auf allen Ebenen.
    Vorsorge treffen, dass weniger Menschen sterben oder vertrieben werden, aber: Humanitäre Hilfen sind immer nur Pflaster.
    Grundüberlegungen unseren Handelns seien - was wir machen, - wie wir adaptieren, - wie wir früh warnen.

    Michael Müller, parlamentarischer Staatssekretär Bundesministerium für Umwelt.
    Begreift Finanzkrise als Epochenbruch (nicht Kollateralschaden), weil Chance. Wir haben aktuell ein Gestaltungsfenster für einen Neuaufbruch mit Perspektiven, einer Hinwendung zu ökologischen Fragen mit globaler Verantwortung. Wir haben ein „Rendezvous mit unserem Schicksal“ (Roosevelt).
    Internationale Vereinbarungen und Verträge seine hilfreich, doch brauche es Vorreiter.
    Eine Problembeschreibung sei noch keine Problemdurchdringung.
    9 von 10 der größten Weltkonzerne seien (noch) Energie- und Ressourcenkonzerne, die „ausbeuten“.
    Er verweist auf eine bald erscheinende Studie in nature, die das 2 Grad – Ziel nur für erreichbar halte, wenn wir alle Umweltschutzmaßnahmen stoppen würden. Das sei pervers.
    Ebenso widersprüchlich sei die Vorreiterrolle Deutschlands angesichts aktueller Entscheidungen für Kohlekraftwerke, für Autos.
    Ein Aufbau in den zu entwickelnden Staaten können nur mit einem Umbau, einer Begrenzung in den Industriestaaten einhergehen.

    Diskussion und Fragen:
    Vor allem „was Bürger tun können“:
    - Radikalisierung (nicht Gewalt) der Debatte, dran bleiben.
    - Mitglied in einer Partei werden, „infiltrieren“.
    - Öffentlichkeit schaffen.
    - Ökologie ist Verteilungs- und Gerechtigkeitsfrage.
    - Die Krisen gemeinsam angehen: Finanzen, Klima, Rohstoffe, Ernährung.

    Fazit: Auf große Herausforderungen braucht es große Antworten. Hoffentlich mit einer europäischen!


    07.11.2008, 2. Tag.

    Impulsvortrag von Botschafter Steffen Smidt, Beauftragter für Klimaschutzfragen, Dänemark, auch Hauptkoordinator der Weltklimakonferenz.

    Klimawandel ist eine Bedrohung. Frieden, Umweltschutz und Energie stehen in direkter Abhängigkeit. Wenn die Ökosysteme erschöpft sind (Klimawandel wie andere Faktoren), wird die Natur, mit den bekannten Folgen, zurückschlagen.
    Forderungen für ein globales Klimaabkommen (Umwelt- und Außenpolitik):
    1. politische und diplomatische Möglichkeiten besser nutzen.
    2. Klimapolitik als Entwicklungsherausforderung begreifen.
    3. Sicherheitsdimension einbeziehen (bestehende Konflikte werden verschärft, neue ausgelöst) und als Chance begreifen.
    4. Energiesicherheit für alle Länder schaffen und von fossilen Ressourcen abkoppeln.
    5. Erneuerbare, saubere Energien fördern und Handel damit ausbauen: eine neue grüne Industrielle Dimension.
    (Haupt-) Akteure sind EU + andere nachziehen: USA, China, Indien, ...
    Vereinte Nationen müssen in 2009 Ziel(e) formulieren, auch Finanzsysteme miteinbeziehen.
    Offene Fragestellungen:
    - Betrifft es nur die Sicherheit in Asien, Afrika etc., wie steht es mit Europa?
    - Welches multilaterale Werk ist erforderlich.
    Jetzt ginge es nicht um die Verteidigung, sondern um die Veränderung unseres Lebens!

    Diskussion und Fragen:
    Dänemark hat mit / ab 1. Ölkrise reagiert, weil damals noch hohe Abhängigkeit herrschte.
    Energie wurde besteuert, eingespart, und neue Technologien entwickelt.
    Je nach Szenario wird Dänemark von steigendem Meeresspiegel betroffen sein.
    Dänisches Modell: Wirtschaftswachstum ist ohne steigenden Energieverbrauch machbar, doch wie sollen das Entwicklungs- und Schwellenländer bewältigen?
    Plädoyer für erneuerbare Energien, dass Chancen und nicht Lasten verteilt werden.
    Es gibt Möglichkeiten, wenn sich nicht der konservative Reflex behauptet.


    Panel 3: Technologische Antworten auf den Klimawandel
    „was möglich ist“

    Kernaussagen:
    Eicke Weber, Leiter Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme Freiburg.
    Der IPCC-Bericht sei möglicherweise nur unterste Grenze. Evtl. brauchen wir ein Klima-9/11 zum Aufwachen.
    1. Auf utopische Lösungen (Kernfusion ohne Radioaktivität, oder CO2-Speicherung etc.) können wir nicht warten.
    2. Also Energieeffizienz, Altbausanierung, Verkehrslösungen (z.B. E-Autos), ...: Alle erneuerbaren Energien, v.a. Sonnenkraft und Photovoltaik.
    Die Durch- und Umsetzung brauche das richtige politische Rahmenwerk – das sollte in Kopenhagen zentrale Wichtigkeit bekommen. Marktmechanismen, finanzielle Anreize, CO2-Besteuerung.
    Technologisch sei die Branche in der Lage, 2020 bis zu 12% aus Photovoltaik zu erreichen.

    Jürgen Hogrefe, EnBW-Generalbevollmächtigter für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
    Während er als Journalist „aufklären“ wollte, könne er nun (auch über eine persönliche Entscheidungsfindung) „etwas tun“, gestalten.
    Erneuerbaren Energien gehöre die Zukunft.
    Zu berücksichtigen sei neben der Technologieentwicklung auch die demographische (z.B. in China die Kohlenutzung).
    Zum Vorredner („Wasser in den Wein“):
    Auch die Sonne habe ihren Preis. Zudem seien sehr ambitionierte Ziele formuliert.
    Emissionsabgaben ja, aber nicht bloß exportieren, weil volkswirtschaftlicher Nutzen verloren ginge, und damit Arbeitslosigkeit quasi importiert.
    Zivilisatorische mit der Energie-Entwicklung koppeln und Bewusstsein schaffen (Energie-Sammeln ähnlich Müll-Sammeln).
    Weitere Themen sind auch Wind (wie Offshore realisieren), Solarenergie und ... Kernkraft (verlängern).

    Ignacio Campino, Vorstandsbeauftragter für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Deutsche Telekom.
    Die Kommunikations- und Informationstechnologie ist Teil der Lösung. Nach Smart 2020 können bis dahin 15% der globalen Emissionen eingespart werden, durch
    - Dematerialisierung (moderne Medien)
    - Gebäudemanagement
    - Intelligente Stromnetze und erneuerbare Energien
    - Bewegung / Transporte: Vernetzung durch IT ähnlich einem Nervensystem.
    Gleichzeitig Teil des Problems, weil Informationsfluss Energie verbraucht. Lösung liegt in effizienten und intelligenten Geräten.
    Unternehmen müssen für die Umsetzung von Lösungen Verantwortung übernehmen!

    Dipal Barua, Gründungsdirektor von Grameen Shakti, Bangladesch.
    Stellt das Projekt vor, in dem – ohne der Umwelt zu schaden – Entwicklungen eingeleitet und verbreitet werden.
    Durch Verbessern der Lebensbedingungen auch unternehmerische Möglichkeiten schaffen.
    Enorme Verbreitung auf allen Ebenen: Einsatz erneuerbarer Energien, Solarsysteme, Aus- und Fortbildung, Mikrokredite, raucharme effiziente Öfen, Biogasnutzung.
    „Grameen Shakti erreicht das Herz und beleuchtet das Leben“.
    Bis 2015 sollen 50% der Einwohner erreicht sein, Umwelt + Gesellschaft + Wirtschaft profitieren.

    Diskussion und Fragen:
    Zeichen der Hoffnung aus Bangladesch, trotzdem muss der Wissenstransfers für erneuerbare Energien beschleunigt werden.
    Entwicklungsländer können viel tun, dürfen aber nicht den Anschluss verlieren.
    „Wir müssen als entwickelte Länder dahin kommen, wo die Entwicklungsländer sind“ (Schadstoffverbrauch pro Person).
    Besteuerung der Finanzsysteme.


    Panel 4: Kommunen und Klimawandel – Verantwortung und Chance
    „lokal handeln“

    Kernaussagen:
    Per Andersen, Vorstand ICLEI, OB Kolding, Dänemark.
    ICLEI gegründet 1990, 1000 Kommunen in 61 Ländern: „Gemeinden geben sich gegenseitig gute Beispiele, und das umsonst“. Local Agenda 21.
    Es gehe um das Planen mit den Bürgern, nach bekannten Prozessmanagementkriterien (Plan Do Check Act). Beteiligte Städte hätten ehrgeizige, zum Teil bahnbrechende Ziele.
    Und Dänemark erzeugt 15% Energie aus Windkraft – geht doch.
    1. Nationale Regierungen können ihre Ziele nicht ohne die lokalen Gemeinden umsetzen.
    2. Angehen: 50% der Bevölkerung in Städten verbrauchen 75% der Ressourcen.
    Ihn motiviert veränderte Kommunikation, z.B.: Energie sparen schafft die nächsten Investitionen.

    Dr. Banire, Beauftragter für Umwelt des Bundesstaates Lagos, Nigeria.
    Die Konferenz sei schon jetzt ein Erfolg, obwohl viele und nicht vergleichbare Herausforderungen anstehen. Vom Bewusst-Sein zur Linderung und Umsetzung.
    Will Ideen für Mitigation mitnehmen, Voraussetzung sei eine Infrastruktur. Armut sei hinderlich, Technologie nicht finanzierbar. Aufruf zu Zusammenarbeit und Unterstützung.

    Prof. Dr. Zheng Shiling, Institut für Architektur und Stadtplanung Shanghai, VR China.
    China repräsentiere besondere Veränderungen, was Erwärmung und Meeresspiegelerhöhung betreffe.
    Verstädterung nimmt stark zu (in 2010 vermutlich 50% in Städten), das ist große Herausforderung. Peking wächst um 3500 m² in der Stunde, der Energieverbrauch steigt stark an.
    Die Gletscher sind 2050 vermutlich zu 1/3 weg, auch Wasserverschmutzung und Verwüstung als sichtbare Zeichen.
    Positive Signale u.a.: Seit 2005 gibt es einen Bewertungsstandard für grüne Gebäude; Umweltinsel Dongtan; Bedeutung von Feuchtgebieten wird erkannt.
    Es brauche
    1. Regierungsmaßnahmen.
    2. allgemeine Aufklärung über ökologische Belange.
    3. Geld, aber auch eine ethische Einstellung.
    Die Vorbereitung der EXPO schiebe Entwicklungen an, doch gibt es noch sehr große Unterschiede. Der grüne Gedanke ist behindert durch das „mit der eigenen Situation klar kommen“.

    Dr. Dieter Salomon, Oberbürgermeister Freiburg.
    Die Welt ist nicht mehr getrennt, sondern vernetzt. Das Bewusstsein ändere sich, China sei wichtig für eine gemeinsame Kraft und Hoffnung.
    Freiburg verbraucht 200 Mio. Tonnen (ca 10 / Kopf), eine 40%iger Reduzierung ist das ehrgeizige Ziel.
    Obwohl Vorreiterstadt: Beispielsweise 3% der Gebäude seien „gelöst“, fehlen und bleiben noch 97% als Teil des Problems.

    Diskussion und Fragen:

    Nicht nur Augen öffnen, sondern „open mind“.
    Wie können Entwicklungsländer (Bsp. Ghana) mitwirken, wenn Thema erst vor 2 bis 3 Jahren aufkam. Das ist nicht die gleiche Ebene. Wie in sieben Jahren die Lücke schließen?
    Wir reiche Länder müssen v.a. bewältigen!
    Olympiade: Grüne Spiele, gleichzeitig riesige Verschwendung. Warum alle 4 Jahre neu bauen?
    Wie Annäherung statt wir- und ihr- Denken? Gegenseitig lernen, annähern, kulturell verstehen.
    Die bestehenden Ideen auch sehen, die aus Leidensdruck, aber auch Bewusstsein schon entstanden sind.
    „Wie über Klimawandel denken, wenn es um das tägliche nackte Überleben geht?“
    Verantwortung von Regierung und anderen Ländern, auch: Der Gedanke der Nachhaltigkeit muss schon heute umgesetzt werden.
    Weitere Ideen: Besinnung auf traditionelle Werte der Mäßigung, das Nutzen nachhaltiger Energiequellen über Grenzen hinaus (auch Sahara als Solarquelle) und die Mitnahme der magischen Momente dieser Konferenz.


    Schlussworte von Staatsminister Erler:
    1. Gemeinsame Risikoanalyse der Gefährdungen (Wasser, Dürren, Meeresspiegel, Unwetter).
    2. Ist Situation aus Menschenhand, nicht Schicksal. Also muss Menschenhand und Gesellschaft Lösungen finden und umsetzen.
    3. Die Technologie ist vorhanden und ein Optimismus der Entwicklung und des Transfers. Idee von Energieentwicklungshilfe, das Beispiel Bangladesch macht Mut.
    4. Kommunen als Austausch von Erfahrung, Ideen und Kreativität.
    5. Wie kommen wir zu einem Durchbruch in den Krisen? – Wir brauchen die gleiche Dimension des Handelns (wie z.B. in der Finanzkrise) und eine pro-aktive Klimapolitik mit allen global playern.

    Fussnoten:
    o Skripts können demnächst auf www.freiburg-konferenz.de eingesehen werden.
    o Konferenz verursachte 148t CO2, wird durch Investition in Windkraftanlage Indien ausgeglichen.
    o Übergabe € 35ooo € Benefizkonzert an seedinit.org, für Projekt in Nicaragua.

    Eigener kurzer Schlusskommentar:
    Wenn wir noch 7 Jahre Zeit haben oder hätten, das Ruder herum zu reißen, muss auf allen Ebenen und in allen Regionen auch gerudert, also gehandelt werden.
    Jetzt.
    Individuell, politisch, initiativ, unternehmerisch, wirtschaftlich, wissenschaftlich ... .
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